Golfregel 6.7: Spielen ohne unangemessene Verzögerung

Bereits im letzten Jahr hatten wir an dieser Stelle darum gebeten, den Richtlinien des Royal and Ancient Colfclubs in St. Andrews – mithin die oberste Golfauthorität – in Sachen „zügiges Spiel“ mehr Beachtung zu schenken. Leider scheinen die häufigen Diskussionen über dieses Thema nicht immer auf offene Ohren zu stoßen. Oftmals wird man, als Verfechter der Golfregel 6.7 „Verpflichtung des Spielers zum Spiel ohne unangemessene Verzögerung“ mit der Aussage konfrontiert „die Profis machen doch auch immer so viele Probeschwünge“. Und hier scheint der Hase im Pfeffer, bzw. der Ball im Rough zu liegen: In der Tat sind die Professionals an dieser Stelle ein unglaublich undiszipliniertes und schlechtes Beispiel! Gott sei Dank wurde beim letzten Masters in Augusta erstmals nach 18 Jahren(!!) wieder ein Spieler von der Spielleitung mit einem Strafschlag wegen langsamen Spiels bestraft. Vielleicht hat das ja mal Signalwirkung in die Fläche. Auch wenn unser Platz topographisch sicher einen Top-Zuschlag in Sachen Dauer einer Runde erhält, gibt es sicher in Sachen Spielbeschleunigung großen Optimierungsbedarf. Mit diesem Problem stehen wir, wie schon gesagt, nicht alleine da. Aus der Fülle der fast gleichlautenden Texte diverser Golfclubs, sei hier nur einer vom GC Elfrather Mühle aufgeführt – Diese 7 Grundregeln für zügiges Spiel sollten in Zukunft mehr beherzigt werden! Besonders wertvoll ist der Hinweis zu den Probeschwüngen!!!!

Sieben Grundregeln für zügiges Spiel

Nach Regel 6-7. der Golfregeln muss der Spieler ohne unangemessene Verzögerung spielen. Wir geben Ihnen sieben Tipps für ein zügiges Spiel auf der Runde.

Vermeiden Sie zu viele Probeschwünge

Natürlich kann einem der Probeschwung die nötige Sicherheit geben, und Sie sollten, wenn es für Sie hilfreich ist, nicht auf ihn verzichten. Es wurde jedoch in ernst zu nehmenden Untersuchungen nachgewiesen, dass schon der zweite Probeschwung keinen nachweisbaren Effekt mehr hat.

Bereiten Sie sich schon auf Ihren Schlag vor, während ein anderer Spieler an der Reihe ist

Viele Vorbereitungen auf den nächsten Schlag lassen sich bereits durchführen, während ein anderer Spieler an der Reihe ist, ohne diesen bei der Ausführung seines Schlags zu stören. Man kann zum Beispiel die Entfernung schätzen, in Gedanken einen Schläger auswählen, den Wind begutachten, das Gefälle des Grüns prüfen etc. – all das kann geschehen ohne zu stören.

Provisorischen Ball spielen

Nach Regel 27-2. darf ein Spieler zur Zeitersparnis so nah wie möglich an der Stelle, wo der letzte Ball gespielt worden ist, einen provisorischen Ball spielen, wenn sein ursprünglicher Ball außerhalb eines Wasserhindernisses verloren oder Aus sein kann. Bevor Sie also nach vorne gehen, um Ihren ursprünglichen Ball zu suchen, spielen Sie einen provisorischen Ball. Diesen können Sie so lange weiterspielen, bis Sie die Stelle erreicht haben, wo sich Ihr ursprünglicher Ball mutmaßlich befindet. Sollten Sie Ihren ursprünglichen Ball an dieser Stelle nicht finden, sparen Sie sich enorm viel Zeit.

Frühzeitig durchspielen lassen

Können Sie oder Ihre Spielgruppe die Position auf der Golfrunde nicht halten (d. h. die Gruppe hinter Ihnen wartet mehrfach, bis Sie außer Reichweite sind), so lassen Sie durchspielen. Stellen Sie sich an den Rand der Spielbahn und geben Sie deutlich Zeichen. Sie vermeiden dadurch unnötigen Druck und können Ihre Runde in Ruhe fortsetzen.

Stellen Sie Ihre Golftasche auf der richtigen Seite des Grüns ab

Sie ersparen sich unnötige Wege, wenn Sie Ihre Golftasche auf der Seite abstellen, auf der der Weg zum nächsten Grün beginnt. Sicher haben Sie sich auch schon einmal über einen Spieler geärgert, der nach Beendigung des Lochs erst einmal in aller Ruhe seine Tasche von der „falschen“ Seite des Grüns holen musste und Sie selbst das Grün deswegen nicht anspielen konnten.

Schreiben Sie die Schlagzahlen erst am nächsten Abschlag auf

Als oberstes Gebot gilt: Hat der letzte Spieler einer Spielergruppe seinen Ball eingelocht, sollte das Grün so schnell wie möglich verlassen werden. Deshalb sollte man auch die gespielten Schläge erst am nächsten Abschlag aufschreiben. Genauer gesagt sollte der Spieler, der am nächsten Loch die Ehre hat, erst nach seinem Abschlag schreiben. Während er schlägt, haben seine Mitspieler Gelegenheit zu schreiben und sich auf den nächsten Schlag vorzubereiten. Der Spieler mit der Ehre bekommt diese Gelegenheit, während seine Mitspieler abschlagen.

Gehen Sie zügig zwischen den Schlägen

Bitte verstehen Sie uns nicht falsch: Sie sollen sich nicht hetzen lassen, aber alle haben mehr vom Spiel, wenn der Spielfluss gewahrt bleibt. Meinen Sie nicht, dass sich auch Ihr Spiel schlagartig verbessern würde, wenn Sie sich nicht sechs, sondern nur vier Stunden auf das Golfspiel konzentrieren müssten?

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